Kindern Arznei geben


Säfte, Tropfen & Co. kinderleicht verabreichen
Kindern Arznei geben
Elena Vasilchenko/Shutterstock
Kranke Kinder brauchen ihre Medizin. Mit ein paar Tricks fällt die Behandlung leichter.

Ist der Nachwuchs krank, stehen Eltern bei der Medikamentengabe oft vor einer Herausforderung. Tipps, die Eltern die Arzneimittelgabe bei Säuglingen und Kindern erleichtern.

Bei der Arzneigabe gilt: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, denn ihr Organismus reagiert viel empfindlicher auf Fremdstoffe. Daher dürfen Kinder ausschließlich Arzneien in der für sie passenden Dosierung erhalten. Auch scheinbar harmlose Mittel wie Kopfschmerztabletten oder pflanzliche Arznei können bei kleinen Patienten unerwünschte Nebenwirkungen haben. Um diese zu vermeiden, berät Sie Ihr Apotheker rund um die Verabreichung rezeptfreier und verschreibungspflichtiger Arzneimittel bei Kindern. In der Apotheke erhalten Sie darüber hinaus spezielle Applikationshilfen, etwa Schnabellöffel oder Medikamentenschnuller, mit denen Sie die Therapie ihres Kindes vereinfachen können.

Säfte und Tropfen für den Mund

Ihre Kinder verweigern die Säfte oder Tropfen wegen des schlechten Geschmacks? Dann bewahren sie die Arznei am besten im Kühlschrank auf. Durch die Kälte wird der Geschmack weniger intensiv. Tropfen können Sie dem Kind auf einem Stückchen Zucker oder mit einem Teelöffel Sirup geben. Ist Ihr Patient noch sehr klein, träufeln Sie die Tropfen am besten mit einer Pipette in den Mund.

Tipp: Träufeln Sie flüssige Arznei möglichst weit hinten in den Mund, am besten hinter die Backenzähne. So kommt die Arznei kaum mit den Geschmacksrezeptoren auf der Zunge in Berührung und die Geschmackswahrnehmung ist weniger stark.

Nach der Applikation können Sie dem Kind gesüßten Tee zum Nachtrinken anbieten – oder auch mal eine Süßigkeit als Belohnung. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind die gesamte verordnete Medikamentendosis zu sich nimmt. Eine zu geringe Menge wirkt nicht wie geplant. Spucken die Kleinen einen Teil der Medizin wieder aus oder erbrechen ihn, dürfen Sie nicht noch einmal eine volle Dosis der Arznei geben. Sonst droht eine Überdosierung!

Augen- und Ohrentropfen

Um Augentropfen zu verabreichen, legen Sie das Kind am besten flach auf dem Rücken. Eine zweite Person hält den Kopf vorsichtig fest. Das Kind kann die Augen schließen. Dann führen Sie das Fläschchen mit beiden Händen zum inneren Lidrand des Kindes und lassen einen Tropfen fallen. Öffnet das Kind anschließend die Augen, verteilt sich der Tropfen automatisch.

Tipp: Tragen Sie das Fläschchen mit den Augentropfen vor der Anwendung für einige Minuten in der Hosentasche oder Hand. Dadurch erwärmt sich die Flüssigkeit und wird besser vom Kind toleriert.

Auch Ohrentropfen fühlen sich angewärmt angenehmer an. Um sie zu verabreichen, legen Sie den kleinen Patient auf die Seite. Das kranke Ohr befindet sich oben. Träufeln Sie die Arznei mithilfe der an der Flasche angebrachten Tropfhilfe oder der beiliegenden Pipette langsam in den Gehörgang ein. Nach dem Einbringen der Tropfen sollte das Kind noch einige Minuten auf der Seite liegen, damit sich das Medikament im Gehörgang verteilt und nicht gleich wieder ausläuft.

Tipp: Schützen Sie die Kleidung mithilfe eines Handtuches, um Flecken zu vermeiden.

Zäpfchen

Bei der Gabe von Zäpfchen legen Sie das Kind mit leicht angewinkelten Beinen auf die Seite oder in die Rückenlage mit nach oben geführten Beinchen. Führen Sie das Zäpfchen behutsam mit der stumpfen Seite voran ein. So gleitet es leichter in den Darm und flutscht nicht so leicht wieder hinaus. Um das Einführen zu erleichtern, können Sie das Zäpfchen mit Wasser etwas anfeuchten. Nach dem Verabreichen drücken Sie die Pobacken des Kindes für einige Minuten leicht zusammen, um zu verhindern, dass das Zäpfchen wieder rausrutscht.

Tipp: Betupfen Sie das Zäpfchen nicht mit Creme, Babyöl oder Gleitmittel, da sie die Aufnahme des Wirkstoffs beeinträchtigen können.

Tabletten, Kapseln und Dragees

Ab etwa sechs Jahren können die meisten Kinder ganze Tabletten schlucken. Dies geschieht am besten im Sitzen, damit sich das Kind nicht verschluckt. Bei kleineren Kindern erleichtert das Zerkleinern der Tabletten das Schlucken. Aber Vorsicht: Nicht alle Arzneimittel dürfen zerkleinert werden – bei einigen beeinträchtigt dies die Wirkung. Planen Sie eine Tablette zu zerkleinern, sollten Sie deshalb bereits beim Arzneimittelkauf Rücksprache mit dem Apotheker halten. Eignet sich das benötigte Arzneimittel nicht zum Zerkleinern, kann der Apotheker Ihnen eine alternative Darreichungsform empfehlen, etwa Säfte oder Zäpfchen. Verabreichen Sie Tabletten, Kapseln und Dragees am besten mit Wasser. Milch oder Fruchtsäfte eignen sich nicht, da sie Wechselwirkungen hervorrufen können. Vom Verstecken der Arznei im Milchfläschchen oder im Brei raten Experten deshalb ab.

Hinweis: Manche Wirkstoffe dürfen mit Tee statt Wasser eingenommen werden. Das überdeckt den unangenehmen Geschmack der Medizin. Welche Arzneien das sind, erfahren Sie in Ihrer Apotheke.

Quelle: Landesapothekerkammer Hessen

Unsere Partnerapotheke


Kosmas-Apotheke

zur Webseite

QR-Code

News

Missbrauchsgefahr bei Schlafmitteln
Missbrauchsgefahr bei Schlafmitteln

Tabletten keine dauerhafte Lösung

Über eine Million Menschen in Deutschland vertrauen für ihre Nachtruhe auf Schlafmittel. Doch nicht selten machen die Ein- und Durchschlafhilfen abhängig und verschlechtern den Schlaf sogar noch.   mehr

ADHS bei Erwachsenen
ADHS bei Erwachsenen

Auch nach Kindheit gut behandelbar

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) steht im Ruf, bei Kindern überdiagnostiziert zu werden. Ganz anders sieht es unter Erwachsenen aus: Hier leiden viele unerkannt. Dabei ist die Krankheit auch nach der Kindheit behandelbar.   mehr

Neuer Schieltest entwickelt
Neuer Schieltest entwickelt

Schielwinkel-Messung vereinfacht

5 Prozent der Bevölkerung schielen. Doch die Fehlsichtigkeit so exakt wie möglich zu erfassen, um sie optimal korrigieren zu können, ist häufig kompliziert. Das könnte eine neu entwickelte Video-Brille ändern.   mehr

Andere Darmflora bei Herzschwäche
Andere Darmflora bei Herzschwäche

Weniger Bakterienvielfalt im Darm

Die Darmflora könnte für Herzerkrankungen eine größere Rolle spielen als bisher gedacht: Der Darm bei Herzschwäche-Patienten weist weniger unterschiedliche Bakterien auf als bei gesunden Personen. Das fanden Forscher aus Norddeutschland nun heraus.   mehr

Mit Haustier in den Urlaub reisen
Mit Haustier in den Urlaub reisen

Vorab über Einreisehürden informieren

Das Reisen innerhalb der EU gestaltet sich mittlerweile weitgehend problemlos. So einige Hürden gibt es allerdings für Haustiere. Tierhalter sollten sich daher vorab gut über die Einreisebestimmungen informieren.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Produkte

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Ihren Arzt oder Apotheker (bei Tierarzneimitteln Ihren Tierarzt).

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Schwanen-Apotheke OHG
Inhaber Dr. Matthias Dömer, Dr. Jochen Schwieger
Telefon 02596/95 22
E-Mail schwanen.apo@t-online.de